Zahl der Schulsozialarbeiter im Landkreis NWM zu gering
Im Kreis Nordwestmecklenburg (NWM) sind derzeit von den 34 Stellen für Schulsozialarbeiter drei Stellen nicht besetzt. Dazu erklärt die Abgeordnete der Linksfraktion im Landtag und Mitglied im Kreistag, Simone Oldenburg:
„Dies ist beileibe kein Beispiel für den ‚Innovativen Bildungsstandort‘, der in den neu beschlossenen Leitlinien des Landkreises eine zentrale Rolle spielt. Wir sind weit entfernt davon, innovativ zu sein. Denn nicht nur die offenen Stellen, sondern auch die Uneinsichtigkeit des zuständigen Fachdienstes, eine neue Schulsozialarbeiterstelle am ‚Landesförderzentrum Sehen‘ in Neukloster einzurichten, sind Hinweise auf grassierendes Desinteresse.
Auch der Bürgerbeauftragte des Landes, Mathias Crone, der sich mit dieser Problematik befassen musste, stellt dem Landkreis in seinem Bericht ein schlechtes Zeugnis aus. Zitat: ‚Der Landkreis verneinte die Notwendigkeit eines Schulsozialpädagogen. Die Schulsozialarbeit gehöre nach Ansicht des Landkreises zum Kernbereich der sonderpädagogischen Tätigkeit.‘ Es entsetzt mich, dass hier eine derartige Unkenntnis herrscht und Schulsozialarbeit mit der Tätigkeit einer Lehrkraft verwechselt und nicht als Leistung der Jugendhilfe akzeptiert wird.
Ich fordere den Landkreis auf, umgehend die Schulsozialarbeiterstelle für die blinden bzw. stark sehgeschädigten Kinder und Jugendlichen zu schaffen. Gerade sie sind auf zusätzliche Unterstützung und Begleitung angewiesen.
Um endlich im Bereich der Schulsozialarbeit Nägel mit Köpfen zu machen, müssen die Träger weg von Teilzeit- und Befristungsverträgen. Nur längerfristige Arbeitsverträge und 100 Prozent des Verdienstes von gleichwertig Tätigen im Öffentlichen Dienst werden dazu führen, die Stellen auch zu besetzten. Dann erübrigen sich das Schulterzucken und der Verweis auf den ‚leeren Sozialarbeitermarkt‘.“