Wahlpflichtunterricht zugunsten der Berufsorientierung abschaffen!
Zum heutigen Tagesordnungspunkt „Übergang Schule-Beruf in MV“ auf der Klausurtagung der Linksfraktion in Weitin, Neubrandenburg, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:
„Meine Fraktion fordert die Abschaffung des Wahlpflichtunterrichts an den allgemein bildenden Schulen zugunsten einer spürbar besseren und effektiveren Berufsorientierung. Derzeit gelingt es nicht, die Jugendlichen langfristig auf den Übergang von der Schule in den Beruf vorzubereiten. Zu unübersichtliche und kurzfristige Förderprogramme sowie die fehlende individuelle Entscheidungsbefugnis der einzelnen Schule sind gravierende Mängel am gegenwärtigen System. Wir schlagen vor, den Schulen die Stundenzuweisung für den Wahlpflichtunterricht, wie etwa Hauswirtschaft, zur freien Verfügung zu stellen, um eine regionale und passgenaue Orientierung zu ermöglichen. Ausdrücklich ausgenommen werden soll der Erwerb einer zweiten Fremdsprache.
Als Brücke von der Schule in die Ausbildung sollen auf Landes- und kommunaler Ebene Koordinierungsstellen eingerichtet werden. Diese könnten das herrschende Chaos der vielen Maßnahmen beenden, und ein einheitliches und strukturiertes Handeln wäre möglich.
Im Interesse eines gelingenden Übergangs von der Schule in den Beruf muss die Schulpflicht in MV auf zehn Jahre verlängert werden. So haben die Jugendlichen die Chance auf einen qualifizierten Schulabschluss, der ihnen den Start in die Ausbildung wesentlich erleichtert.
Des Weiteren fordert meine Fraktion, dass die Beförderung der Berufsschülerinnen und -schüler zu ihrer Schule für die Jugendlichenkostenlos sein muss. Auch damit würde ein großes Hindernis beseitigt, weil sich viele Jugendliche die Fahrkosten für Bus und Bahn zur Schule nicht leisten können.“