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Vertretungsbudget für Schulen, um Unterrichtsausfall zu vermeiden

Zur ablehnenden Haltung des Bildungsministeriums, ein Ranking von Schulen zum Unterrichtsausfall zu veröffentlichen, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

 

„Meine Fraktion spricht sich ebenfalls gegen eine schulscharfe Statistik aus, weil so die Schulen in eine Ecke gestellt werden, in die sie nicht gehören. Wenn Schulen keinen Vertretungslehrer erhalten, weil zahlreiche dieser Stellen überhaupt nicht besetzt sind, liegt es außerhalb der Verantwortung der Schulleitungen, sehr wohl aber in der Verantwortung des Bildungsministeriums.

 

Schnellere Einstellungen könnten durch ein effektiveres Verwaltungsverfahren in den Schulämtern bzw. im Bildungsministerium erfolgen. Es ist ein Unding, dass Schulleitungen wochenlang darauf warten müssen, dass die Lehrkraft, die in den Bewerbungsgesprächen die Nase vorn hat, auch tatsächlich eingestellt werden kann. Die Verzögerungen haben oft dazu geführt, dass die Lehrkräfte über alle Berge waren. Die Einstellungsmodalitäten müssen dringend geändert und den Personalräten an den Schulen mehr Kompetenzen eingeräumt werden.

 

Die Versuche der Landesregierung, Ausfall zu vermeiden, scheitern an Formalien, an einer zu geringen Stundenausstattung und an lückenhaften Entscheidungen. Schulen brauchen dringend ein eigenes Vertretungsbudget, um rasch reagieren zu können. Die Schulen brauchen eine entsprechende Stundenzuweisung, die für Vertretungsunterricht notwendig ist. Bereits mit zwei Prozent mehr Stunden können die Schulen das Gros des Vertretungsunterrichts selbst und unkompliziert auffangen. Wenn jede Lehrkraft mindestens eine Reservestunde pro Woche erhielte, könnte sofort reagiert werden. Bei einer Schule mit 30 Lehrkräften stünde eine entsprechende Reserve von 30 Stunden zur Verfügung. Das hat auch den Vorteil, dass die Lehrkräfte den Unterricht vertreten, die an der Schule arbeiten, die Kinder und Jugendlichen kennen, einen Einblick in den zu behandelnden Unterrichtsstoff haben und sämtliche Formalitäten entbehrlich sind.

 

Einige Schulen warten heute noch auf die angeforderte Schwangerschaftsvertretung. Das Kind läuft bereits, die Vertretungslehrkraft ward bis heute nicht gesehen.“

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