Sorgen um Lehrernachwuchs müssen viel ernster genommen werden
Zur Meldung des Bildungsministeriums „770 Referendarinnen und Referendare im Schuldienst“ (Nr.060-20) erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:
„Erneut gelingt es dem Bildungsministerium nicht, die Referendarstellen im erforderlichen Maß zu besetzen. Zu jedem Einstellungstermin der Referendare bleiben 60 bis 80 Prozent der Stellen unbesetzt. Der Lehrkräftemangel ist zum großen Teil hausgemacht.
Seit Jahren haben wir hunderte offene Stellen, die Nachwuchslehrkräfte laufen dem Land davon und Bildungsministerin Bettina Martin ist nicht willens oder in der Lage, endlich wirksam dagegen vorzugehen. Die Abwanderung in andere Bundesländer wird so lange anhalten, solange sich die Ausbildungsbedingungen für die angehenden Lehrerinnen und Lehrer nicht verbessern. Die wachsenden Sorgen um den Lehrernachwuchs müssen viel ernster genommen werden.
Gegenwärtig werden Referendare als billige Lehrkräfte verheizt und müssen jede Unterrichtsstunde alleine bewältigen. Sie werden ins eiskalte Wasser geworfen anstatt angemessen begleitet zu werden. Meine Fraktion fordert, dass sie fünf Stunden in der Woche gemeinsam mit ihren Mentoren den Unterricht gestalten. Unhaltbare Zustände herrschen auch für die Mentoren, die lediglich 60 Minuten pro Woche gemeinsam mit ihrem Referendar zur Verfügung haben, um den Unterricht zu besprechen und zu planen.“