Schulen nicht an den Pranger stellen, sondern mehr Stunden zuweisen
Zur Diskussion um die „Ausfallstatistik“ erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:
„Eine schulspezifische Ausfallstatistik ist abzulehnen, weil darin die Gefahr liegt, dass einzelne Schulen und die dort beschäftigten Lehrkräfte an den Pranger gestellt werden. Gerade die Lehrerinnen und Lehrer bemühen sich tagtäglich, den Unterricht an den Schulen abzusichern. Allein im vergangenen Schuljahr haben die Lehrerinnen und Lehrer rund 135 000 Überstunden geleistet, um den Unterrichtsausfall zu verringern. Diese enorme Mehrbelastung ist mit großem Respekt zu würdigen und darf unter keinen Umständen dazu genutzt werden, Ausfall an den Schulen genau diesen Lehrkräften auch noch in die Schuhe zu schieben. Eine unkommentierte Veröffentlichung der Ausfallquoten für Einzelschulen öffnet Vorurteilen und falschen Auslegungen Tür und Tor.
Vielmehr muss es darum gehen, die Schulen so auszustatten, dass ihnen von Anfang an mehr Stunden zur Verfügung stehen, damit sie den Ausfall kompensieren können. Wenn MV jedes Jahr mehr als zwei Prozent absoluten Ausfall an den allgemein bildenden Schulen zu verzeichnen hat, dann müssen genau diese zwei Prozent an Stunden mehr den Schulen zur Verfügung stehen. Nur mit einer solchen verbesserten Stundenausstattung ist es möglich, den Unterrichtsausfall zu senken. Das Bildungsministerium plant mit der derzeitigen Unterrichtsversorgung den Ausfall nicht ein, obwohl dies erforderlich wäre.
Auch die gestiegene Zahl der Vertretungslehrkräfte bringt keine Verbesserung, sondern kann lediglich den Status quo halten. Durch gestiegene Schülerzahlen ist auch der Umfang an Stunden, die unterrichtet werden, gestiegen. Dies wird aber bei den zur Verfügung gestellten Vertretungslehrkräften nicht berücksichtigt. Beunruhigend ist zudem, dass die Ausfälle durch Erkrankungen der Lehrkräfte weiterhin zunehmen. Die anhaltend hohe Zahl von Langzeit-Erkrankten muss in die Planung der Unterrichtsversorgung einfließen. Über eine halbe Million Unterrichtsstunden fallen auf Grund von Krankheiten der Lehrkräfte zur Vertretung an. Das macht in der Summe einen Anteil von 520 Lehrkräften aus, deren Arbeitsleistung komplett pro Schuljahr nicht zur Verfügung steht.“