Schülerinnen und Schüler brauchen mehr Zeit, sich auszuprobieren
Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, fordert eine Verlängerung der Zeit für Praktika für Jugendliche ab Jahrgangsstufe 8 auf 30 bis 35 Tage. „Schülerinnen und Schüler in M-V dürfen derzeit während ihrer Schulzeit lediglich 25 Tage in Betrieben ihre Talente und Interessen ausprobieren“, erklärte Frau Oldenburg am Freitag. Das sei eine zu kurze Zeit, in einem derartigen Schnelldurchlauf könne ein Jugendlicher weder seine Fähigkeiten überprüfen noch seinen Wunschberuf erkunden. „Jugendliche brauchen ausreichend Zeit, gezielt die praktischen Inhalte ihres möglichen Berufes kennenzulernen und zu sehen, ob die Tätigkeit ihren Interessen und Begabungen entspricht.“
Obwohl eine sehr hohe Anzahl von Jugendlichen ihre Ausbildung abbricht, plane Bildungsminister Mathias Brodkorb auf diesem Gebiet keine Änderungen. Abwarten und rechtfertigen sei seine Devise, obwohl Handeln geboten sei – auch vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Fachkräftemangels. „Die geltenden 5 Wochen Praktikum haben in der Vergangenheit nicht dazu geführt, dass weniger Jugendliche an Übergangsmaßnahmen teilnehmen müssen oder weniger von ihnen die Ausbildung abbrechen“, sagte Frau Oldenburg.
Die Linksfraktion fordert außerdem verbindliche Regelungen für die Betreuung der Schülerinnen und Schüler während der Praktika durch die Lehrkräfte. „Gegenwärtig ist es dem Zufall überlassen, ob und in welchem Umfang Jugendliche unterstützt und begleitet werden, jede Schule regelt das anders“, so Frau Oldenburg. Dies falle den Jugendlichen und dem Land gleichermaßen auf die Füße, denn junge Menschen benötigten eine umfassende und intensive Betreuung während des Praktikums. „Ziel muss es sein, diesen Praktika als festen Bestandteil in der Berufsorientierung mehr Gewicht zu geben.“