Referendare sind keine preisgünstigen Lehrkräfte – Ausbildung reformieren
Zur heutigen Aussage von Bildungsminister Mathias Brodkorb „Angehende Lehrer haben gute Chancen auf eine Stelle im Schuldienst“ erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:
„Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass bei jedem Einstellungstermin für Referendare und Lehramtsanwärter mehr als die Hälfte der angebotenen Stellen unbesetzt bleibt – Ausnahme sind die Stellen fürs Gymnasium.
Anstatt diese Stellen immer wieder aufs Neue wie Sauerbier anzupreisen, muss Bildungsminister Mathias Brodkorb die Ausbildung der künftigen Lehrkräfte grundsätzlich ändern. Nur so können dauerhaft Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet und gehalten werden. Derzeit schafft M-V mit der Ausbildung seine eigenen Lücken. Die angehenden Lehrkräfte müssen den gesamten Unterricht eigenverantwortlich gestalten, ohne ausreichende Begleitung durch die Mentoren. Gerade mal eine Stunde pro Woche haben diese für ihre Schützlinge zur Verfügung. Das reicht nicht.
Meine Fraktion fordert, dass der eigenverantwortliche Unterricht auf fünf Stunden pro Woche reduziert wird. Darüber hinaus muss die Unterstützung durch Mentoren auf mindestens drei Wochenstunden erweitert werden. Es muss Schluss damit sein, dass Lehramtsanwärter und Referendare aus Kostengründen die Tätigkeit einer voll ausgebildeten Fachkraft übernehmen müssen. Das Land braucht Lehrkräfte. Diese sind nicht allein durch Werbeaktionen zu gewinnen. Auch die Bedingungen müssen stimmen.“