Nicht erklären, was alles nicht geht, sondern Lehrkräfte unterstützen!
„Urlaubswünsche und -grüße der ganz besonderen Art erreichten die Lehrerinnen und Lehrer kurz vor dem Beginn der Sommerferien“, erklärte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, am Freitag. Sie erhielten ein Schreiben der Finanzministerin des Landes, Heike Polzin, in dem sie den Lehrkräften darlegt, warum sie sich nicht in der Lage sieht, den Forderungen nach gleichen Lohn für gleiche Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer Folge zu leisten.
„Zum einen ist es aus meiner Sicht ein ungeheuerlicher Vorgang, wenn das Finanzministerium das Bildungsministerium instrumentalisiert und dessen Verteiler nutzt, um ihre einzig und allein dem Spardiktat unterworfene Politik an die Lehrerinnen und Lehrer heranzutragen“, sagte Frau Oldenburg am Freitag. Zum anderen vergreife sich die Finanzministerin in ihrem Schreiben eindeutig im Ton, wenn sie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) unterstellt, mit ihrer Forderung nach einem Tarifvertrag „Demografischer Wandel“ Ungleichheit an den Grundschulen zu provozieren.
Lehrerinnen und Lehrer in MV sind die einzigen Angestellten im öffentlichen Dienst des Landes, bei denen die Entlohnung nicht in einem Tarifvertrag geregelt ist. „Die Forderungen der GEW nach einer tariflich geregelten einheitlichen Lehrerbesoldung sowie der Einstellung von mehr jungen Lehrerinnen und Lehrern, auch um ältere Lehrkräfte durch Teilzeit zu entlasten, sind völlig berechtigt“, betonte Frau Oldenburg. Es müsse endlich Schluss sein mit der Bezahlung nach der Größe der Schülerinnen und Schüler. „Wenn es die Landesregierung tatsächlich ernst meint und den Lehrerberuf attraktiver machen will, dann darf sie die jungen Referendare, Lehrerinnen und Lehrer nicht länger mit einem blinden Sparkurs außer Landes treiben. Anstatt unfair und unsachlich zu argumentieren und zu erklären, was alles nicht geht, sollte die Landesregierung endlich handeln. Denn sparen, koste es, was es wolle, wird dazu führen, dass das Land später die doppelte und dreifache Belastung zu bewältigen haben wird“, so Frau Oldenburg.