Neues Verfahren bei Berufsorientierung ist klassische Mogelpackung
Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, sieht in dem heute vom Wirtschaftsministerium veröffentlichen neuen Verfahren zur Berufsorientierung zahlreiche Verschlechterungen für Jugendlichen:
„Bisher wurde mit 15 Euro pro Person die Teilnahme von Schülerinnen und Schüler ab der 7. Jahrgangsstufe für Betriebsbesichtigungen, berufsorientierenden Initiativen in MV sowie die Fahrt zu Messen innerhalb und außerhalb von MV gefördert. Dies fällt ab dem kommenden Schuljahr weg. Gefördert werden lediglich Jugendliche ab der 8. Jahrgangsstufe und dann nur für Exkursionen in ihrer Region. Damit fallen die Messen sowie andere übergreifende Initiativen hinten runter. Es ist abwegig, es als Erfolg zu preisen, dass weniger, begrenzter und später mit der Berufsorientierung begonnen wird. Der Wirtschaftsminister verkauft hier eine Mogelpackung. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Nur wenn das Land früher, intensiver und umfassender die Berufsorientierung fördert, wird es möglich sein, den Mangel an Auszubildenden und Fachkräften zu verringern.
Schulen sollen entlastet werden. So gelingt dies aber nicht. Es werden erneut Dritte in die Schulorganisation einbezogen, die keine Kenntnis von den Schulabläufen haben. Zudem ist zu befürchten, dass die Mittel für die Berufsorientierung Dritten, den Leistungserbringern, zufließen statt den Jugendlichen. Alle Schulen in MV haben Berufsorientierungs-Lehrkräfte und funktionierende Konzepte. Die bisherige Struktur wird auf den Kopf gestellt und regionale Besonderheiten der einzelnen Schulen werden außer Acht gelassen.
Zum wiederholten Male entscheidet die Landesregierung über die Köpfe der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte, was als gut und richtig zu gelten hat. Wenn es nicht gelingt, mit den Betreffenden neue Wege zu beschreiten, sondern diesen lediglich ansagt, wo es langzugehen hat, wird jeder Versuch, erfolgreiche Berufsorientierung zu betreiben, ins Leere laufen.“