Mehr Schulschwänzen ist kein „statistischer Effekt“, Frau Ministerin!
Zu den Äußerungen von Bildungsministerin Birgit Hesse bezüglich der Entwicklungen beim Schulschwänzen erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:
„Bildungsministerin Hesse hat mit ihrer Interpretation der Zahlen zum Schulschwänzen vorgeführt, wie man katastrophale Entwicklungen zum eigenen Gunsten interpretiert.
Die Zahlen der Jungen und Mädchen, denen der Unterricht offenbar keine Freude macht, sprechen eine ganz andere Sprache. Im Schuljahr 2013/14 waren es noch 778 Schülerinnen und Schüler, die durch Langzeitschulschwänzen, also Fehlzeiten von mehr als 10 unentschuldigten Tagen, auffielen. Im Schuljahr 2015/16 waren es 1267 – damit haben wir einen vorläufigen traurigen Höhepunkt erreicht. Die Untätigkeit des Bildungsministeriums in Sachen Schulschwänzen hat dazu geführt, dass im Schuljahr 2013/14 insgesamt 3447 Schülerinnen und Schüler dem Unterricht ferngeblieben sind, zwei Jahre später waren es 4909, eine Steigerung um 42 Prozent!
Es zeugt schon von einer gehörigen Portion Chuzpe, angesichts dieser Entwicklung von statistischen Effekten zu sprechen. Dies auf einen ‚sensibleren Umgang mit unentschuldigtem Fehlen‘ seitens der Pädagogen zurückzuführen, ist nicht nur Augenwischerei, sondern beinhaltet auch den Vorwurf an die Lehrerinnen und Lehrer, diese hätten dieses Thema bisher zu lax gehandhabt. Diesem Vorwurf kann ich nur entschieden widersprechen.“