„Ländermonitor berufliche Bildung“ zeigt dringenden Handlungsbedarf
Zu dem heute von der Bertelsmann Stiftung vorgestellten „Ländermonitor berufliche Bildung 2015“ erklären Simone Oldenburg, bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, und Henning Foerster, arbeitsmarktpolitischer Sprecher der Linksfraktion:
Oldenburg: „Der Ländermonitor bestätigt die jahrelange Kritik meiner Fraktion an den Rahmenbedingungen in der beruflichen Ausbildung in M-V. Im vergangenen Jahr brachen etwa 3000 Jugendliche ihre Ausbildung ab, jeder 5. Jugendliche schaffte am Ende seiner Ausbildung nicht die Prüfung und steht nun ebenfalls ohne Berufsabschluss da. Gerade die Ausbildungsberufe, die MV dringend braucht, sind von den Abbrüchen betroffen. So warfen fast 700 Auszubildende im Hotel- und Gaststättengewerbe das Handtuch. Darunter befinden sich auch Jugendliche, die den Betrieb oder den Ausbildungsberuf wechselten. Darüber hinaus befinden sich in keinem anderen Bundesland so viele Jugendliche im Hilfesystem des Übergangs von der Schule in den Beruf wie in MV. Dies zeigt auch, wie dringend nötig eine bessere Vorbereitung auf den Ausbildungsberuf bereits an der Schule sowie eine frühzeitige stärkere Verzahnung von Schule und Ausbildungsbetrieben sind.“
Foerster: „Es rächt sich zunehmend, dass längst vorhandene Analysen, wie etwa der DGB-Ausbildungsreport, ignoriert werden. Die Freude der Politiker und Kammern darüber, dass rein rechnerisch kein Jugendlicher mehr das Land wegen eines Ausbildungsplatzes verlassen muss, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lernbedingungen an der Berufsschule und in den Ausbildungsbetrieben alles andere als befriedigend sind. Es ist höchste Zeit, mehr in die berufliche Ausbildung des Nachwuchses zu investieren. Dazu gehören die Bedingungen in den Betrieben und eine angemessene Vergütung genauso wie eine gute Ausbildung in der Schule und Berufsschule. Jugendliche müssen motiviert werden, auch eine nicht exakt ihrem Wunsch entsprechende Ausbildung aufzunehmen. Nur so werden wir den Fachkräftemangel bekämpfen können.“