Jugendliche brauchen mehr Zeit und Unterstützung, sich auszuprobieren
Zum Berufsbildungsbericht 2016, der für M-V eine sehr hohe Quote Ausbildungsabbrecher ausweist, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:
„Um endlich von der hohen Zahl der Ausbildungsabbrecher wegzukommen, ist eine Verlängerung der Zeit für Praktika für Jugendliche ab Jahrgangsstufe 8 auf 30 bis 35 Tage erforderlich. Schülerinnen und Schüler in M-V dürfen derzeit während ihrer Schulzeit lediglich 25 Tage in Betrieben ihre Talente und Interessen ausprobieren. Das ist eine zu kurze Zeit, in einem derartigen Schnelldurchlauf könne ein Jugendlicher weder seine Fähigkeiten überprüfen noch seinen Wunschberuf erkunden.
Obwohl eine sehr hohe Anzahl von Jugendlichen ihre Ausbildung abbricht, plant Bildungsminister Mathias Brodkorb auf diesem Gebiet keine Änderungen. Abwarten und rechtfertigen ist seine Devise, obwohl Handeln geboten ist – auch vor dem Hintergrund des sich zuspitzenden Fachkräftemangels. Die geltenden 5 Wochen Praktikum haben in der Vergangenheit nicht dazu geführt, dass weniger Jugendliche an Übergangsmaßnahmen teilnehmen müssen oder weniger von ihnen die Ausbildung abbrechen.
Meine Fraktion fordert außerdem verbindliche Regelungen für die Betreuung der Schülerinnen und Schüler während der Praktika durch die Lehrkräfte. Gegenwärtig ist es dem Zufall überlassen, ob und in welchem Umfang Jugendliche unterstützt und begleitet werden, jede Schule regelt das anders. Dies fällt den Jugendlichen und dem Land gleichermaßen auf die Füße, denn junge Menschen benötigen eine umfassende und intensive Betreuung während des Praktikums. Ziel muss es sein, diesen Praktika als festen Bestandteil in der Berufsorientierung mehr Gewicht zu geben.“