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Gesundheitsvorsorge stärken – Schuluntersuchungen ernst nehmen

„Prävention und schulärztliche Untersuchungen“ standen am Donnerstagvormittag im Mittelpunkt der Diskussionen auf der dreitägigen Klausurtagung der Linksfraktion in Banzkow. Dazu erklären die gesundheitspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Karen Stramm, und die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg: 

Karen Stramm: „Die Debatte hat erneut deutlich gemacht, dass Prävention im Gesundheitswesen immer noch ein stiefmütterliches Dasein fristet. Eine Änderung im individuellen Verhalten des Einzelnen ist lediglich ein Teil der Gesundheitsvorsorge, wirksame Vorbeugung von Krankheiten ist bei weitem mehr. Lediglich ein bisschen mehr Geld für Aufklärungskampagnen oder Kurse der Krankenkassen in die Hand zu nehmen, wie es im anstehenden Bundespräventionsgesetz geplant ist, wird der riesigen Herausforderung nicht gerecht. Prävention muss endlich als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden. Dabei müssen Verhaltensänderungendes Einzelnen mit Verbesserungen der gesellschaftlichen Bedingungen zusammenwirken. Dies wird die Linksfraktion u.a. in ihrer Kampagne gegen prekäres Arbeiten und Leben ‚Das muss drin sein‘ in den kommenden Wochen deutlich machen. 

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) in MV ist für viele Präventionsaufgaben zuständig, die aber nur zum Teil zufriedenstellenderledigt werden. So gibt es aus Personalmangel beispielsweise Defizite bei den schulärztlichen Untersuchungen. Die Landeregierung ist aufgefordert, den ÖGD materiell und personell so auszustatten, dass dieser seine Aufgaben im Interesse einer wirkungsvollen Prävention erfüllen kann.“   

Simone Oldenburg: „Die bekannt gewordenen großen Lücken bei den schulärztlichen Untersuchungen müssen geschlossen werden. Die Untersuchungen müssen nicht nur regelmäßig und flächendeckend durchgeführt werden, erforderlich ist auch ein neuer Kinder- und Jugendgesundheitsbericht für MV. Es ist ein Unding, dass sich der jetzige Bericht auf eine Datenbasis stützt, die in Wahrheit gar keine ist. So werden in dem Bericht Ergebnisse von schulärztlichen Untersuchungen widergespiegelt, die auf einer äußerst dürftigen Basis beruhen. Es wird ein unehrliches, geschöntes Bildvon der Kinder- und Jugendgesundheit in MV gezeichnet. Äußerst dürftig erhobene Daten werden verallgemeinert und in ein Wohlfühlbildgegossen, das nicht den Realitäten entspricht. 

Um präventive und gesundheitsfördernde Maßnahmen einleiten zu können, ist die Erhebung des aktuellen Gesundheitszustandes der Kinder und Jugendlichen zwingend erforderlich. Wer sich für deren Gesundheit tatsächlich engagieren will, muss wissen, wie es um sie bestellt sind. Sonst bleibt das Kinder- und Gesundheitsland MV Makulatur, laufen Maßnahmen ins Leere. 

Gesundheitsziele für Kinder und Jugendliche dürfen nicht nur auf der Internetseite der Landesregierung veröffentlicht, sondern müssen in den Kitas und Schulen des Landes mit Leben erfüllt werden. Dazu gehört auch die überfällige Evaluierung und Fortschreibung des ‚Landesaktionsplans zur Gesundheitsförderung und Prävention‘.“

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