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Freie Fahrt für alle Berufsschülerinnen und Berufsschüler!

Im Bildungsausschuss standen heute die Fahrtkostenzuschüsse für Berufsschülerinnen und Berufsschüler auf der Tagesordnung. Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg: 

„Noch immer bastelt das Ministerium an einer Richtlinie, die einigen wenigen Berufsschülern Zuschüsse für Internatsunterbringung und Fahrtkosten gewähren soll. Die geplante Änderung, wonach ein Zuschuss für Jugendliche mit einer Vergütung von bis zu 400 Euro gewährt werden kann, geht an der Sache vorbei. Die Zahl der Jugendlichen, die eventuell davon profitieren, liegt unter 300. Sie verkennt darüber hinaus die dramatische Situation des Fachkräftemangels in MV. Denn wer lediglich bereit ist, Pillepalle zu regeln, ist sich nicht darüber im Klaren, wie hoch der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften ist. Wir brauchen keine Regelung, die lediglich für jeden 100. Berufsschüler gilt. Erforderlich ist eine Regelung, die alle Jugendlichen in der Erstausbildung unterstützt. Jedem und jeder Auszubildenden muss es möglich sein, für sie kostenfrei zur örtlich zuständigen Berufsschule, zu Landesfachklassen oder zu überregionalen Fachklassen zu fahren. 

Es ist ein grober Irrtum zu glauben, dass sich der Fachkräftemangel von allein erledigen wird. Wir haben eine Berufsschulpflicht, und auch das Land hat seine Hausaufgaben zu machen, damit die Jugendlichen dieser Pflicht nachkommen können. Auch die Schülerinnen und Schüler der allgemein bildenden Schulen,  deren Wohnort zwei bzw. vier Kilometer vom Ort der Schule entfernt ist, werden kostenlos befördert, unabhängig vom Einkommen der Eltern. Das muss unverzüglich analog für Berufsschülerinnen und -schüler gelten. Das Land muss dafür deshalb jährlich vier Mio. Euro zur Verfügung stellen. 

Es ist im Übrigen empörend, dass Jugendliche, die in Bedarfsgemeinschaften leben, vermutlich nichts von der geplanten Unterstützung haben. Das Geld wird wieder einkassiert, wenn es auf Alg II angerechnet wird.“

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