Deutsch-Kurse für Flüchtlinge/Asylbewerber unverzüglich ermöglichen
Die Linksfraktion fordert die konsequente Einführung von Deutsch-Kursen für Flüchtlinge und Asylbewerber zur Sprach- und Berufsförderung. Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:
„Die Landesregierung erschwert es den Migrantinnen und Migranten, Sprache und Qualifizierung zu erlangen, anstatt deren Potenziale zu fördern und zu nutzen. Die Menschen, die zu uns kommen, benötigen bereits während des Asylverfahrens Deutsch-Kurse, um die späteren Integrationsmaßnahmen vorzubereiten. Eine sinnvolle Integrationsstrategie sollte mit der Ankunft beginnen, nach Abschluss des Asylverfahrens aufbauende Kurse beinhalten und sowohl beruflichen Sprachunterricht und Berufsausbildung fördern. Unbedingt dazu gehört auch, dass die Flüchtlinge rechtzeitig über ihre Möglichkeiten informiert werden. Nur so kann es gelingen, Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration zu schaffen.
Die Landesregierung darf nicht länger abwarten, sondern muss endlich durchstarten. Obwohl die Anzahl der nach MV kommenden Flüchtlinge seit Monaten steigt, gibt es bis heute kein Konzept, geschweige denn sind finanzielle Mittel eingestellt, um den Männern und Frauen eine Integration vom ersten Tag an zu ermöglichen. Es gibt derzeit ehrenamtliche Unterstützung für das Erlernen der deutschen Sprache. Gerade der Erwerb einer neuen Sprache muss aber gezielt, systematisch und strukturiert durch ausgebildete Lehrkräfte erfolgen. Meine Fraktion fordert geplante und strukturierte Kurse, die vorrangig an den Volkshochschulen zu erfolgen haben, da diese die fachliche Kompetenz und eine flächendeckende Versorgung gewährleisten.
Nicht wenige Flüchtlinge und Asylbewerber müssten zunächst an einem Alphabetisierungskurs teilnehmen, bevor der Deutschunterricht starten kann. Dies ist eine ganz besondere Herausforderung, denn wegen dieses nicht unerheblichen Mankos kommt es in der Folge zu weiteren Hemmnissen: Eltern der Flüchtlingskinder können ihren Kleinen nicht beim Erwerb der neuen Sprache helfen und sie sind somit auf sich selbst gestellt – in einem neuen Land, dessen Leben sie nicht kennen. Genau diese Kinder müssen oft sogar noch Dolmetschertätigkeiten für ihre Eltern übernehmen, da diese zu geringe Chancen haben, selbst die deutsche Sprache zu erlernen.
Lerngruppen, die derart heterogen zusammengesetzt sind, können von den engagierten Ehrenamtlern zwar unterstützt werden, die Erstausbildung muss aber von Einrichtungen mit ausgebildetem Personal geleistet und sichergestellt werden. Gerade auch die beruflichen Perspektiven der Flüchtlinge müssen gezielt entwickelt werden. Die Menschen müssen die Möglichkeit haben, sich zu qualifizieren. Das kann ein Baustein sein, den Fachkräftemangel in MV zu reduzieren. Die dazu notwendigen Kurse müssen selbstverständlich allen Frauen und Männern zur Verfügung stehen, und das setzt voraus, dass diese mit dem dazugehörigen Lernmaterial kostenfrei sind.“