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Das Berufsschulsystem ist krank – wirksame Therapie erforderlich

Zum Antrag „Unterrichts- und Ausbildungsbedingungen an den beruflichen Schulen des Landes dauerhaft verbessern“ erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg: 

„Das Berufsschulsystem ist krank: Zwanzig Prozent der Auszubildenden fallen jährlich durch die Gesellenprüfung; jeder fünfte Jugendliche verlässt die Berufsschule ohne Abschluss, jeder dritte löst vorzeitig seinen Ausbildungsvertrag; überlastete Lehrkräfte und enormer Unterrichtsausfall prägen den Alltag an den Berufsschulen. 

Deshalb fordern wir, dass Schluss sein muss mit der Vergabe von Placebos. Es müssen endlich wirksame Maßnahmen ergriffen werden, erforderlich ist eine angemessene Therapie. Dazu gehören u.a. die Senkung der Unterrichtsverpflichtung auf 25 Stunden, eine Klassenleiterstunde sowie kleinere Klassen und damit eine bessere Stundenzuweisung. 

Fast die Hälfte der Berufe, die im Land erlernt werden können, wird in Landesfachklassen unterrichtet, d.h. es gibt diesen Ausbildungsgang nur einmal im Flächenland MV. Deshalb ist es zwingend erforderlich, dass das Land auch hier seinen Beitrag leistet, Fachkräfte für und in MV auszubilden. Die Fahrtkosten müssen vom Land übernommen werden, damit die Jugendlichen die Chance haben, den Beruf zu erlernen, der ihren Wünschen entspricht. 

Auch für die Jugendlichen im Berufsvorbereitungsjahr müssen die Bedingungen verbessert werden. Die Zahl von 18 Jugendlichen, die in einer Klasse unterrichtet werden, ist viel zu hoch. Damit diesen Schülerinnen und Schülern, die im regulären Schulsystem keine Chance auf einen Schulabschluss haben, tatsächlich geholfen werden kann, darf die Anzahl in einer Klasse höchstens 15 betragen.“

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