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Berufliche Bildung stärken – Kleine Berufsschulen erhalten

Zur Antwort der Landesregierung auf ihre Kleine Anfrage „Unterrichtsversorgung an den öffentlichen beruflichen Schulen des Landes M-V im Schuljahr 2015/2016 (Drs. 6/5100) erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg: 

„Es ist kein Ende bei den Hiobsbotschaften für die Berufsschulen des Landes in Sicht, denn die Landesregierung knausert weiter, anstatt endlich die erforderlichen Mittel in die Hand zu nehmen. Wir haben nicht nur die höchste Schüler-Lehrer-Relation, sondern auch die geringsten Bildungsausgaben in diesem Bereich bundesweit. Zudem sank die Anzahl der Ausbildungsbetriebe von 2011 bis 2015 um 10 Prozent – von 6400 auf 5830 Betriebe. 

Von den weit mehr als 400 Ausbildungsberufen deutschlandweit wird in M-V nicht einmal die Hälfte angeboten (181). Von den spärlich angebotenen Ausbildungsberufen wird wiederum die Hälfte nur an einem Ort im gesamten Land angeboten. So ist in unserem touristisch geprägten Land nur einmal die Ausbildung zur Hotelkauffrau bzw. zum Hotelkaufmann sowie Tourismuskauffrau/-kaufmann möglich. In M-V gibt es über 80 dieser Landesfachklassen. Das bedeutet, dass die Jugendlichen von Wismar nach Malchin oder von Schlagsdorf nach Greifswald oder umgekehrt düsen müssen, um einen dieser Ausbildungsplätze zu ergattern. Die Berufsschüler sind lange unterwegs und tragen dafür meist die Kosten selbst. Auch dies sind oft Hinderungsgründe dafür, dass sie den Beruf erlernen können, den sie sich wünschen. Zum neuen Schuljahr plant die Landesregierung eine Reduzierung der Standorte für die Altenpflegeausbildung. Der Standort Pasewalk wird gestrichen, obwohl gerade in diesem Bereich dringend eine Verstärkung der Ausbildung erforderlich ist.    

Es sind umgehend Änderungen bei der Unterrichtsausstattung beruflicher Schulen vorzunehmen. Das Land muss endlich in die Berufsschulen investieren. Kleine Berufsschulen mit bis zu 500 Schülerinnen und Schülern müssen erhalten bleiben, denn sie  bieten die Chance, wohnortnah und mit hoher Qualität auszubilden. Um die Berufsschulen zu beleben, ist es dringend erforderlich, dass die Schulen eine wesentlich bessere Unterrichtsausstattung erhalten. Erforderlich ist eine Abkehr von der schülerbezogenen Stundenausstattung hin zu einem verlässlichen und nachvollziehbaren Budget, das mit einer höheren Anzahl von Lehrkräften einhergehen muss.  

Nur wenn Schulen verlässlich ihre Berufsausbildungen planen und im Flächenland M-V überhaupt anbieten können, wird Berufsausbildung auch erfolgreicher. Die rückläufigen Schülerzahlen führen derzeit dazu, dass Berufsausbildungen an einem oder zwei Orten im Land zentriert werden, ohne Rücksicht auf die Auszubildenden. Ausbildung darf nicht mit willkürlich festgelegten Schülerzahlen kombiniert werden, die dann auch noch aus einer Zeit stammen, als M-V dreimal so viele Berufsschüler hatte wie gegenwärtig.  

Das Land und die Jugendlichen brauchen stabile Ausbildungsverhältnisse an den Berufsschulen und eine Abkehr von utopischen Berechnungen nach Schülerzahlen.“

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