An vielen Schulen können viele Fächer nicht unterrichtet werden
Zur Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage „Nicht mehr angebotene Fachrichtungen sowie nicht erteilter Unterricht seit dem Schuljahr 2018/2019“ (Drs. 7/4751, Anlage) erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:
„Zehn Prozent der allgemeinbildenden Schulen sind im aktuellen Schuljahr nicht mehr in der Lage, alle Fächer zu unterrichten. Es zeichnet sich ein fataler Trend ab: Die Zahl der Schulen und der betroffenen Fächer haben sich im Vergleich zum zurückliegenden Schuljahr mehr als verdoppelt. An vielen Schulen können viele Fächer nicht unterrichtet werden
Sogar Abschlussklassen sind mit großer Sicherheit betroffen. So kann die Endnote des Faches Astronomie nicht in das Prädikat der Mittleren Reife und damit nicht in das Gesamtergebnis einfließen, wenn es nicht unterrichtet wird. Wenn auch Sozialkunde nicht unterrichtet wird, ist das Maß voll. Die Bildungsministerin fordert einerseits mehr politische Bildung, andererseits lässt sie es geschehen, dass unter anderem das Fach Sozialkunde gar nicht stattfindet.
Erschreckend hoch ist auch die Anzahl der Schulen, an denen sogar mehr als ein Fach nicht erteilt wird. Und es schlägt dem Fass den Boden aus, wenn an einer Schule im laufenden Schuljahr sogar vier Fächer nicht angeboten werden.
Die maßgebliche Ursache für diese Entwicklung liegt im Versagen der Bildungspolitik der Landesregierung. So wurde der Lehrkräftemangel viel zu lange geleugnet und ignoriert, desgleichen die mangelhafte Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer. Es fehlen immer mehr Lehrkräfte, so dass Kindern und Jugendlichen zunehmend Musik-, Kunst- oder Sportunterricht vorenthalten oder an ihrer Schule kein AWT unterrichtet wird.
Das Bildungsministerium muss sicherstellen, dass die allgemeinbildenden Schulen ihrem Auftrag gerecht werden und eine umfassende Schulbildung anbieten können. Maßgebliche Voraussetzung dafür sind Lehrkräfte in ausreichender Anzahl und Qualifizierung. Auf den Zeugnissen der Schülerinnen und Schüler darf nicht länger der Vermerk ‚nicht erteilt‘ erscheinen.“