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Zusage für Azubi-Ticket zum Ausbildungsstart jetzt!

Zur Aussage der Landesregierung, dass sich die Prüfung zur Einführung eines landesweiten Azubi-Tickets aufgrund der Corona-Krise verzögert (Drs. 7/3810), erklärt die Vorsitzende der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„Auszubildende und deren Eltern brauchen jetzt die Zusage, dass das kostenfreie Azubi-Ticket zum Ausbildungsstart in diesem Jahr kommt. Sie brauchen die Gewissheit, dass Fahrkosten zur Berufsschule und zur Ausbildungsstätte nicht länger von ihnen zu schultern sind.

Es ist nicht die Zeit, über das Azubi-Ticket wie auf dem Basar zu handeln. Corona hat vieles verändert. Zahlreichen Unternehmen geht es wirtschaftlich schlecht, die Aussichten sind ungewiss. Verhandlungen über die Beteiligung der Wirtschaft am Azubi-Ticket hätten zum jetzigen Zeitpunkt wenig Aussicht auf Erfolg. Auf der anderen Seite sind 5400 Ausbildungsstellen unbesetzt und nicht einmal die Hälfte der sonstigen Fahrgäste nutzt den öffentlichen Nahverkehr.

Deshalb muss die Landesregierung umgehend handeln und das Ticket zumindest vorerst allein finanzieren. 10 Mio. Euro stehen dafür im Landeshaushalt bereit. Von einem Azubi-Ticket profitieren alle. Die jungen Menschen haben mehr Spielraum, sich für Berufe zu entscheiden, die auch mit längeren Wegen verbunden sind. Vor allem Ausbildungsbetriebe abseits der großen Zentren würden profitieren. Und der öffentliche Nahverkehr hätte wieder mehr Fahrgäste. Erwiesen ist, dass junge Leute aus Bundesländern mit Azubi-Ticket weit mehr Bahn und Bus nutzen. Es ist also auch ein Beitrag für ein anderes Mobilitätsverhalten und die Verkehrswende.“

Hintergrund: In sieben Bundesländern gibt es bereits ein Azubi-Ticket, es ist jedoch nicht kostenfrei für die Auszubildenden. Kostenfreiheit ist in M-V geboten. In M-V sind die Berufsschulwege besonders weit und die Kosten – auch wegen fehlender Verkehrsverbünde und einheitlicher Tarife – besonders hoch. Demgegenüber sind die Auszubildendenentgelte in nicht tarifgebundenen Berufen unterdurchschnittlich. Um jungen Menschen im Land eine Perspektive zu geben, muss das Ticket kostenfrei sein.