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Wieder mehr Schulabbrecher in Mecklenburg-Vorpommern

Zur Antwort der Landesregierung auf ihre Anfrage „Das ‚schulische Angebot‘ 9+ und das freiwillige 10. Schuljahr im Zeitraum 2017/2018 und 2018/2019“ (Drs. 7/4794) erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„Das Bildungsministerium bekommt das große Problem der viel zu vielen Schulabbrecher nicht in den Griff. Erneut ist die Zahl der Jugendlichen, die ohne Abschluss die Schule verlassen, gestiegen – von 1194 im Jahr 2017/2018 auf 1225 im Jahr 2018/2019. Damit ist der Anteil der Jugendlichen, die nicht einmal die Berufsreife erreichen konnten, von 8,9 auf 9,3 Prozent angewachsen.

Die Hilfskrücke des ‚besonderen schulischen Angebots 9+‘ hat offenbar völlig versagt. Gerade einmal 54 Schülerinnen und Schüler haben dieses angenommen und lediglich 43 haben damit einen Abschluss erreicht. Dennoch wird dieses zwar gut gemeinte, aber faktisch gescheiterte Projekt fortgeführt und wöchentlich mit 126 Lehrerwochenstunden ausgestattet. Diese Ressourcen wären für die gezielte Hilfe und Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf besser eingesetzt.

Es zeigt sich erneut, dass die Kinder und Jugendlichen, die besondere Schwierigkeiten beim Lernen haben, auch mehr Zeit zum Lernen brauchen. Das bestätigen auch die Zahlen der Teilnehmer am freiwilligen 10. Schuljahr, von denen 90 Prozent einen Schulabschluss erreicht haben. Meine Fraktion fordert deshalb erneut eine angemessene Stundenausstattung für die besondere Förderung der Schülerinnen und Schüler mit besonderen Lernschwächen sowie die Verlängerung der Schulpflicht auf 10 Jahre. Nur so kann sichergestellt werden, dass diese Kinder und Jugendlichen auch die Zeit zum Lernen erhalten, die sie auch brauchen, um mit einem Schulabschluss und damit erfolgreich ins Leben starten zu können.“