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Unterschiedliche Vergütung von künftigen Lehrkräften ist haltlos

Die heute von Bildungsminister Brodkorb vorgestellten Maßnahmen bei der Einstellung von Referendarinnen und Referendaren sind nach Ansicht der bildungspolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, in Teilen geeignet, das herrschende Wirrwarr in diesem Bereich etwas zu lichten. „So war es stets unsere Forderung, den Einstellungstermin für Referendare und Referendarinnen auf zwei zu erweitern, um den Bewerbungswettlauf zu entzerren“, erklärte Frau Oldenburg am Freitag.

Bei der Umstellung der Bedarfsplanung für Lehrerinnen und Lehrer stelle sich die Frage, ob die bestehende Landesplanung mit der künftigen Handhabung kompatibel ist, wonach der Bedarf jeder einzelnen Schule gewährt wird. „Es darf nicht aneinander vorbei geplant werden, sonst wird das Kuddelmuddel perfekt“, so Frau Oldenburg. In diesem Zusammenhang sei noch unklar, welche Auswirkungen das künftige Boni-System für wartende Referendarinnen und Referendare auf die tatsächlichen Bedarfe hat. Mit großer Skepsis sieht Frau Oldenburg, dass der Einsatz als Vertretungslehrkraft vor Beginn des Referendariats offenbar zur Regel werden soll, um die Unterrichtsversorgung an den Schulen wenigstens annähernd abzusichern. „Ich befürchte, dass  angekündigte Vorteile aus dieser Überbrückungstätigkeit darüber hinwegtäuschen sollen, dass das Land wegen der höheren Kosten auf den Einsatz ausgebildeter Lehrkräfte verzichtet. Zudem dürfen die jungen Menschen mit der anspruchsvollen Aufgabe nicht allein gelassen werden, sie brauchen Lehrkräfte, die ihnen zur Seite stehen.“ 

Frau Oldenburg kritisiert erneut die unterschiedliche Vergütung bei Beamten und Angestellten im Referendariat und später als Lehrkraft. „Ein nicht verbeamteter Referendar erhält 875 Euro netto und ein verbeamteter 1097“, sagte sie. Eine anhaltende Ungleichbehandlung bestehe auch bei den verschiedenen Schularten. „Haltlos ist die unterschiedliche Höhe der Vergütung der Referendare bei Grund- und Regionalschulen im Gegensatz zu Gymnasien und beruflichen Schulen. Alle verfügen gleichermaßen über ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Es muss endlich Schluss damit sein, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird.“