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Quereinsteiger an Berufsschulen nicht als Lückenbüßer missbrauchen

Nach Ansicht der bildungspolitischen Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, gibt es bei dem Vorhaben von Bildungsminister Mathias Brodkorb, künftig Fachkräfte aus der Wirtschaft für die Absicherung des Unterrichts an den beruflichen Schulen einzusetzen, noch eine ganze Reihe offener Fragen.

„Schon heute ist es so, dass Seiteneinsteiger an beruflichen Schulen die Aufgaben und die Verantwortung einer Lehrkraft übernehmen, aber bei weitem nicht als solche bezahlt werden. Das ist ungerecht“, sagte Frau Oldenburg am Freitag. Darüber hinaus dürften Fachkräfte aus der Wirtschaft an den beruflichen Schulen nicht als Lückenbüßer missbraucht werden. „Es muss eine ausreichende pädagogische Qualifizierung gewährleistet und die Frage geklärt werden, was mit ihnen geschehen soll, wenn es zur Schließung von weiteren Standorten kommt“, so Frau Oldenburg. 

Die Bildungsexpertin kritisiert, dass die Berufsschullehrer völlig unzureichend an dem 50-Mio-Euro-Paket partizipieren werden. „Die Absenkung der Schüler-Lehrer-Relation ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Lehrerinnen und Lehrer, in deren Klassen die Inklusion längst angekommen ist, haben mehr verdient“, sagte Frau Oldenburg. 

Im Übrigen sei es unredlich, wenn sich der Bildungsminister den vorzeitigen Ausstieg aus dem Lehrerpersonalkonzept als Erfolg im Kampf gegen die Bildungsmisere an die Brust heftet. „Dieser Ausstieg war längst überfällig und einzig und allein der zwingenden Anpassung der Arbeitszeit an die bestehenden Verhältnisse geschuldet“, so Frau Oldenburg.