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Nicht kleckern, sondern klotzen für die Zukunft der Kinder

Zum Interview des Bildungsministers des Landes, Mathias Brodkorb, in der heutigen Ausgabe der Ostsee-Zeitung, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg: 

„Das 50-Mio-Euro-Paket, das für Schulen geschnürt wurde, ist anzuerkennen. Allerdings hat auch die Expertenkommission zur Steigerung der Attraktivität des Lehrerberufes in ihrem Bericht gefordert, dass mindestens 200 Mio. Euro jährlich notwendig sind, um eine spürbare Verbesserung für Lehrkräfte sowie  Schülerinnen und Schüler zu erzielen. Vor diesem Hintergrund können die 50 Mio. Euro nur ein erster Schritt sein, weitere müssen folgen. Nicht kleckern, sondern klotzen für die Zukunft der Kinder ist das Gebot der Stunde. Dies ist auch finanzierbar, schließlich hat das Land über 1 Mrd. Euro in der Rücklage. Selbstverständlich muss der Haushalt konsolidiert werden, aber wer heute ausreichend in Bildung investiert, spart in der Zukunft viel Geld.   

So ist es nicht hinnehmbar, dass die Grundschullehrkräfte für die Landesregierung wesentlich weniger wert sind als alle anderen Lehrkräfte. Ich fordere die Landesregierung erneut auf, die Arbeit der Grundschullehrerinnen und -lehrer endlich so zu vergüten, wie es der anspruchsvollen Arbeit gebührt. 

Ebenso wichtig ist die Verbesserung der Lernbedingungen der Schülerinnen und Schüler. Vor allem an Förderschulen müssen die Kinder und Jugendlichen konsequent auf einen anerkannten Schulabschluss vorbereitet werden. Es genügt nicht, an einigen dieser Schulen ein 10. Schuljahr einzurichten. Damit wird das Grundproblem nicht beseitigt. Im Bildungssystem MV mangelt es insgesamt an frühzeitiger und individueller Förderung der Kinder. Erforderlich sind eine möglichst zielgerichtete Förderung sowie eine Schulpflichtverlängerung auf 10 Jahre. Gerade die Schülerinnen und Schüler, die langsamer lernen, brauchen mehr Zeit für einen erfolgreichen Schulabschluss. Sie sind von der täglichen Flut der Unterrichtsinhalte überfordert und brauchen mehr begleitete Zeit und Zeit zum Üben. Üben statt Überfordern muss die Devise sein.“