Diese Website verwendet Cookies.
Skip to main content

LINKE fordert keine Abschaffung des Mathematikunterrichts

Anders als in der heutigen Ausgabe der Ostsee-Zeitung dargestellt, spricht sich DIE LINKE nicht für ein Abitur ohne Mathematik aus. 

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg,  fordert eine Reform der gymnasialen Oberstufe, bei der es möglich sein sollte, verschiedene Wege zu diskutieren und zu praktizieren. 

Dazu zählt die Debatte um die Wiedereinführung des Kurssystems in der gymnasialen Oberstufe. „Gegenwärtig werden die Schüler gemeinsam auf erhöhtem Niveau zum Beispiel in Mathematik, Englisch und Deutsch unterrichtet, schreiben aber verschiedene Prüfungen. Diese Regelung, die auch mit einer Reduzierung der Stunden in den Fächern einherging, muss dringend überdacht werden“, erklärt Simone Oldenburg.  Jährlich wiederholen mehr als 10 Prozent der Gymnasiasten die 11. Klasse, davon 82 Prozent freiwillig. 

„Im gesamten Schulsystem müssen bessere Voraussetzungen für eine chancengleiche Bildung geschaffen werden. Nicht so lernstarke Schülerinnen und Schüler werden den Anforderungen in einigen Fächern nicht gerecht. Das verdeutlicht die hohe Quote derer, die nach der 12. Klasse kein Abitur in der Tasche haben. Sie lag im Schuljahr 2013/14 bei knapp 17 Prozent. Aber auch Schülerinnen und Schüler, die z.B. Schwächen in Mathematik aufweisen, können sehr wohl Talente in den Bereichen Sprache oder Gesellschaftswissenschaften haben. Ihnen muss es möglich sein, entsprechend dieser Talente und Fähigkeiten ihre schulische Laufbahn am Gymnasium zu absolvieren. Deshalb sollten wir uns keine Denkverbote auferlegen und Alternativen ermöglichen.“

Darüber hinaus sollte darüber nachgedacht werden, Jugendlichen die Möglichkeit einzuräumen, in einem Hauptfach, in dem sie Schwächen haben, keine Abiturprüfung abzulegen. Sie würden dann nicht die Allgemeine Hochschulreife erwerben, sondern die fachgebundene Hochschulreife erhalten. Dieses System wird gegenwärtig an den Fachoberschulen praktiziert. 

Wir brauchen eine Diskussion, um das Schulsystem so zu gestalten, dass die Übergänge in den Beruf oder zum Studium erfolgreicher verlaufen. 

Dafür spricht auch die Tatsache, dass MV bei den Studienabbrechern bundesweit eine Spitzenposition einnimmt, fast jeder dritte Studierende verlässt die Universität ohne Abschluss.