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Lehrerentlastung im 5-Sekunden-Takt zeugt von fehlender Praxiskenntnis

„Wie aus der Antwort meiner Kleiner Anfrage ‚Berechnung der Maßnahmen zur Entlastung der Lehrkräfte durch Bürokratieabbau‘ (Drs. 6/1184) hervorgeht, erweist sich die Berechnung von Bildungsminister Mathias Brodkorb, an deren Ende 66 Lehrerstellen eingespart würden, als Hohn und Spott für die Lehrerinnen und Lehrer im Land“, erklärte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg, am Donnerstag in Schwerin. 

„Die Berechnung beweist einmal mehr die Praxisferne politischer und administrativer Entscheidungen und ist an Ignoranz nicht zu überbieten“, so Frau Oldenburg. Wer bei „rechnerischen und theoretischen“ Stellenberechnungen nicht einmal wisse, wie lange eine Lehrkraft tatsächlich benötigt, um schriftliche oder mündliche Prüfungen zu erarbeiten oder zu benoten, der sollte die Finger von mathematischen Experimenten lassen, die ohnehin völlig nutzlos sind. „Grobe Fehler, teilweise falsche Aufgabenzuordnung und die gänzlich unrealistische Einschätzung der Arbeitsbelastung sind die Grundlage für Brodkorbs wundersame 66 Lehrerstellen“, sagte Frau Oldenburg. So würden beispielsweise 5 Sekunden zugrunde gelegt, die eine Lehrkraft benötigt, eine Teilnote festzulegen. 

„Die Pädagoginnen und Pädagogen im Land erwarten realistische und spürbare Entlastungen, um sich wieder ihrer eigentlichen Aufgabe widmen zu können, dem Unterrichten der Mädchen und Jungen“, betonte Frau Oldenburg. „Diese an den Haaren herbeigezogene Berechnung ist gelinde gesagt eine Vergackeierung der Lehrerinnen und Lehrer und eine Missachtung ihrer unermüdlichen Arbeit und Leistungen.“