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Bildungsministerium sorgt für Überstunden bei Betriebsärzten

Zur Ankündigung des Bildungsministeriums, Lehrkräfte, die zu einer Risikogruppe gehören, dies durch den Betriebsarzt attestieren zu lassen, erklärt die Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg:

„Landesweit stehen lediglich fünf Betriebsärzte für etwa 12 000 Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung. Rund ein Drittel der Lehrkräfte gehört wegen ihres Alters und/oder einer Vorerkrankung zur Risikogruppe und ist deshalb vom Präsenzunterricht befreit.

Wenn Bildungsministerin Bettina Martin diese Befreiung künftig von einem Attest des Betriebsarztes abhängig machen will, geht dies an der Realität vorbei. Diese Forderung wird kaum durchsetzbar sein – außer die Betriebsärzte machen unendlich viele Überstunden. Jeder dieser fünf Ärzte muss in den kommenden Wochen etwa 800 Lehrerinnen und Lehrer auf ihre individuellen Risiken begutachten – oder aber das Attest verkommt zur Formalie.

Auch dieses Vorhaben zeigt, wohin Planlosigkeit und der sich zuspitzende Mangel an Lehrkräften führen. Wer solche Forderungen aufmacht, der muss auch sicherstellen, dass sie auch tatsächlich durchführbar sind.“