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Auch um erfahrene angestellte Lehrkräfte bemühen und um sie werben

Zum Antrag der Linksfraktion „Wettbewerbsfähige Arbeitsbedingungen für Lehrerinnen und Lehrer im Beschäftigtenverhältnis in MV schaffen“ erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion, Simone Oldenburg: 

„Das Land begründete die Notwendigkeit, Lehrkräfte zu verbeamten, mit der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit und mangelnden Attraktivität. Im Umkehrschluss heißt dies nichts anderes, als dass mehr als 10 000 Lehrerinnen und Lehrer als Angestellte unter unattraktiven Bedingungen arbeiten müssen, die dem Wettbewerb nicht standhalten. Es führt deshalb kein Weg daran vorbei, auch für angestellte Lehrkräfte die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Für Beamte gilt, dass 100 Prozent Einsatz mit 100 Prozent Fürsorge belohnt werden. Es ist ungerecht und entbehrt jeder sachlichen Grundlage, dass Angestellte zwar erhebliche Mehrarbeit leisten, aber im Gegenzug weniger umsorgt werden. 

Meine Fraktion fordert erneut, die Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Lehrzimmern zu beenden. Ein Brief des Bildungsministers, in dem er bei den angestellten Lehrkräften um Verständnis wirbt, reicht nicht aus. Er muss sich um das Bleiben dieser Lehrkräfte genauso bemühen und sich für sie einsetzen wie für neue, junge Lehrerinnen und Lehrer. Dazu zählen eine attraktive Teilzeitregelung, das Einrichten von Lebensarbeitszeitkonten und ein eigenes Dienstrecht für angestellte Lehrerinnen und Lehrer. Bei Teilzeitregelungen muss dringend die tatsächliche Arbeitszeit zugrunde gelegt werden. Derzeit werden lediglich die Unterrichtsstunden reduziert, obwohl diese Lehrkräfte darüber hinaus etwa als Klassenlehrer tätig sind. 

Um Unterrichtsausfall zu verhindern und zugleich den individuellen Bedürfnissen der Lehrkräfte entgegenzukommen, sollten die Lehrkräfte Arbeitszeitkonten einrichten können. Dieses Instrument gibt es, wird aber vom Bildungsminister nicht genutzt. Bis zu drei Stunden kann jede Lehrkraft ihre wöchentliche Arbeitszeit erhöhen, etwa um Ausfälle zu vermeiden. Ein späterer Ausgleich dieses Kontos wäre vor allem zum Ende der Dienstzeit eine Chance, die fehlenden Altersteilzeitregelungen so abzufedern, dass auch erfahrene Lehrkräfte bleiben, weil man sich um sie bemüht und um sie wirbt.“